Wege zu einer besseren Welt*
Was können wir tun?
Lächeln
Der erste und einfachste Schritt ist: Schenken Sie Ihren Nachbarn ein Lächeln, und zwar immer, wenn Sie ihnen begegnen. Es reicht schon, es mit einem Gruß zu verbinden. Die Wirkung wird nicht ausbleiben und der Nachbar wird – vielleicht nach einer Phase der Verwirrung – beginnen, anderen Menschen selbst auch ein Lächeln zu schenken. Und irgendwann entsteht vielleicht ein nettes Gespräch. Dies geht immer so weiter und auf einmal lächelt die ganze Welt. Ist das keine schöne Vision? Es war auch eine Vision und der Einsatz von wenigen für Versöhnung, die nach dem Zweiten Weltkrieg einen längeren Prozess angestoßen haben, der zum vereinten Europa führte.
Schützen Sie die Natur
Machen Sie sich bewusst, dass unsere natürliche Umwelt unsere Lebensgrundlage ist. Bemühen Sie sich, sie und die Schönheit dieser Welt zu bewahren. Und reden Sie nicht nur darüber, sondern handeln Sie auch danach. Gehen Sie pfleglich mit der Natur um, laden Sie nicht Ihren ganzen Müll in ihr ab, belasten Sie die Umwelt nicht mit schwer abbaubaren toxischen Substanzen wie z. B. die Abfallprodukte der Atomwirtschaft. Wirtschaften Sie nachhaltig – ob in der Industrie oder in der Landwirtschaft - und beziehen Sie diese Grundsätze auch als Konsumenten in Ihr Verhalten ein. Überlegen Sie sich z. B., ob Sie zu Ihrem Glück wirklich im Winter unbedingt Erdbeeren essen müssen, was– wie auch der Import anderer vergleichbarer Lebensmittel - die Schadstoffkonzentration in der Atmosphäre unnötig erhöht. Denken Sie auch an die Tiere, die ebenfalls ein Recht auf unverseuchte Nahrung haben, im Meer, in allen anderen Gewässern und auf dem Land.
Begegnen Sie Ihren Mitmenschen mit Achtung
Akzeptieren Sie, dass nicht alle Menschen so sind wie Sie. Das wäre auch langweilig. Achten Sie jeden, auch in seiner Andersartigkeit. Bemühen Sie sich, das Andere zu verstehen und seien Sie tolerant. Es bedroht Sie niemand allein dadurch, dass er anders aussieht, anders spricht, an etwas anderes glaubt oder andere Ziele für sein Leben hat als Sie. Toleranz heißt dabei nicht, die eigene Kultur und sich selbst mit seinen Werten in Frage stellen zu müssen. Es reicht, wenn Sie die anderen einfach akzeptieren und wertschätzen, wie sie sind, sie in ihrem Menschsein sehen und ihnen dieselben Bedürfnisse zugestehen, wie sich selbst. Nehmen Sie die Vielfalt unter uns Menschen als Geschenk und bilden Sie sich daran. Kultur gibt es nicht nur in den eigenen Regionen.
Treten Sie für die Wahrung der allgemeinen Menschenrechte ein
Erkennen Sie an, dass alle Menschen eine angeborene Würde haben und auch die gleichen Rechte haben sollten. Dazu gehören Freiheitsrechte wie das Recht auf Religions- und Meinungsfreiheit ebenso wie andere Grundrechte, beispielsweise das Recht auf soziale Sicherheit und auf Bildung. Niemand trägt einen Schaden davon, wenn sozial Schwächere in der eigenen Gesellschaft oder anderswo auf der Welt denselben Zugang zu Bildung erhalten wie die anderen und auch nicht, wenn sie wirtschaftlich so abgesichert werden, dass sie in Würde leben können. Im Gegenteil: sozialer Frieden ist ein hohes Gut für uns alle. Die meisten Probleme entstehen dadurch, dass die jeweils anderen nicht wertgeschätzt, sie gar herabgewürdigt werden und ihnen bisweilen auch Grundrechte vorenthalten werden, beispielsweise das Recht auf Selbstbestimmung. Wenn wir also die Achtung der allgemeinen Menschenrechte Ernst nehmen und uns dementsprechend verhalten, haben wir bereits die Grundlage geschaffen für Freiheit, Gerechtigkeit und Frieden in der Welt.
Vermeiden Sie Pauschalurteile
Pauschale Verurteilungen führen uns nicht weiter, sie verhärten die Menschen nur. Kommunikation ist dann kaum noch möglich. Stellen Sie sich vor, wie Sie reagierten, wenn Sie als Angehörige einer Gruppe pauschal verunglimpft würden, nur weil einer oder zwei oder vielleicht auch mehr Mitglieder das Vertrauen anderer gebrochen, gegen Gesetze verstoßen oder sich sonst unmoralisch verhalten haben. Also streichen Sie das Wort „die“ in Formulierungen wie „die Politiker“, „die Hartz IV-Empfänger“, „die Wissenschaftler“, „die Ausländer“, „die Industriellen“ usw.
Eine Gesellschaft mit einem demokratischen politischen System ist z. B. darauf angewiesen, dass sich Menschen als Politiker und das heißt, als Repräsentanten verschiedener Gruppen in der Gesellschaft, als unsere Vertreter also, zur Verfügung stellen. Es gehört nicht nur Machtstreben, sondern auch eine genügende Portion Idealismus und Engagement für die Gemeinschaft dazu. Wenn wir aber immer nur das Negative, das es natürlich auch gibt, betonen, dann werden die für das Gemeinwohl Engagierten sich dieser Aufgabe nicht mehr stellen. Wer lässt sich schon gerne pauschal angreifen und schlecht reden. Auch Hartz IV-Empfänger sind nicht alle faul, Vertreter der Industrie nicht grundsätzlich skrupellos und Menschen aus einem fremden Land wollen uns auch nicht alle ausnutzen oder gar schaden. Verstöße gegen Gesetze kommen in jeder Gemeinschaft vor und müssen geahndet werden. Doch dies betrifft immer nur Einzelne. Lassen Sie uns also genau hinschauen und differenzieren - in der eigenen Gesellschaft und global.
Achten Sie auf Ihre Worte
Überlegen Sie sich gut, was Sie sagen und wie Sie es sagen. Worte können so viel zerstören, sie können aber auch aufbauen. Fangen Sie in der eigenen Familie an. Gegenseitige Wertschätzung zeigt sich auch darin, dass man die Worte und Handlungen des anderen Ernst nimmt, dass man sich einfühlt und zu verstehen versucht, was der andere wirklich sagen oder vermitteln will. Verabschieden Sie sich vom ständigen Interpretieren, vom Urteilen und Verurteilen. Man kann aus Unkenntnis der tatsächlichen Zusammenhänge dem Gegenüber sehr unrecht tun. Treten Sie stattdessen ein in eine echte Kommunikation und fragen Sie den anderen im Zweifelsfall, was er mit seinen Worten und Taten gemeint habe. Schulen Sie sich in der einfachen Wahrnehmung, in die nicht automatisch Bewertungen einfließen. Dies ist nicht leicht, aber es lohnt sich. Reden und handeln Sie schließlich nicht gegen etwas, sondern für etwas. Ein Kampf gegen etwas oder jemanden bringt immer Sieger und Verlierer hervor. Wir könnten auch zum Verlierer werden. Setzen wir uns aber im Guten für jemanden oder eine Sache ein, so kann Frieden in uns und letztlich zwischen den Menschen einkehren.
Nehmen Sie Ihre Verantwortung an
Wir alle sind verantwortlich dafür, wie unsere Welt im Kleinen wie im Großen aussieht. Ein Mensch allein kann nicht die ganze Welt verändern. Doch engagiert sich jeder für eine gute Sache, wird die Veränderung groß und greifbar sein. Wir sollten uns dieser Verantwortung stellen und dabei offen, ehrlich und verlässlich sein. Wenn wir uns nicht mehr aufeinander verlassen könnten, wären wir wirklich verlassen. Also engagieren Sie sich – am besten auf dem Gebiet, das Ihnen am meisten liegt und in dem Maße, wie Sie es leisten können: das kann die Hilfe für einen einsamen älteren oder jüngeren Menschen sein, für einen allein erziehenden Elternteil genauso wie die Mitarbeit in Gruppen, in denen es um die Förderung von Kindern aus sozial schwachen Familien geht oder bei Amnesty International. Dies kann ein Einsatz für ein besseres Miteinander verschiedener Bevölkerungsgruppen sein, ein Engagement in Umweltgruppen oder politischen Parteien, für fairen Handel oder für Entwicklungspolitik allgemein. Es gibt so viele Möglichkeiten.
Machen Sie auch von Ihrem Stimmrecht Gebrauch, gehen Sie wählen und sagen Sie nicht „Die sind doch alle gleich.“ – Das sind sie eben nicht. Wenn Sie sich zurückziehen, wenn Sie Ihre Verantwortung abgeben, sorgen Sie allerdings dafür, dass sich irgendwann nur noch die, die tatsächlich gleich sind, in den politischen Gremien tummeln. Warum gehen Sie nicht einmal zu Ihrem Abgeordneten ins Wahlbüro und informieren ihn über Ihre Haltung zu bestimmten Fragen? Die Lobbyisten sind da viel aktiver als wir alle – mit den entsprechenden Ergebnissen. Inzwischen gibt es auch einige Initiativen, die als eine Art Bürgerlobby fungieren und die man je nach Thema und seiner Meinung dazu in ihren Aktionen unterstützen kann.
Informieren Sie sich
Verantwortlich handeln kann man nur, wenn man auch informiert ist. Sehen Sie aber auch genau hin, über welche Quellen Sie sich informieren. Nicht alle sind seriös und so manche verstecken ihre eigenen Interessen hinter vermeintlich ausgewogener Information. Informieren Sie sich neben Fachliteratur über seriöse Printmedien und Rundfunk- und Fernsehsender und berücksichtigen Sie, dass Boulevardblätter und -Sender immer dazu neigen, einseitig aufzubauschen. Das weckt zwar unser Interesse, informiert uns aber nicht wirklich. Auf der Grundlage populistisch verzerrter Informationen Entscheidungen zu treffen, kann fatal sein.
Bemühen wir uns also um ausgewogene Information, engagieren wir uns dort, wo wir stehen und soviel, wie wir es können und bedenken wir unsere Mitmenschen mit einem Lächeln. Allein damit wäre schon viel getan.